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Datenhinweise & Methodik

Stand: 07.06.2026

Projekt und Datenbasis

Das Gasspeicher Dashboard ist ein privates, nicht-kommerzielles Informationsangebot. Es wird unabhängig und neutral bereitgestellt. Es besteht keine organisatorische, wirtschaftliche oder sonstige Verbindung zu Gas Infrastructure Europe (GIE), der Bundesnetzagentur oder anderen Datenanbietern.

Ziel ist eine transparente, nachvollziehbare und möglichst aktuelle Darstellung veröffentlichter Daten in einer zentralen, visuell aufbereiteten und interaktiven Oberfläche – jeweils entsprechend der Aktualität und Verfügbarkeit der verwendeten Datenquellen.

Die angezeigten Werte werden automatisiert aus den jeweiligen Originalquellen übernommen und für die Darstellung gegebenenfalls gerundet.

Die Daten werden fortlaufend aktualisiert und basieren auf dem jeweils verfügbaren Stand der Quellen. Für fehlerhafte oder unvollständige Angaben übernimmt diese Seite keine Verantwortung. Maßgeblich sind die Originalveröffentlichungen der jeweiligen Datenanbieter.

Datenquellen

  • AGSI (GIE): Gasspeicherdaten (Füllstände, Flüsse, technische Speicherinformationen)
  • Bundesnetzagentur: Gasimport- und Gasexportdaten (Deutschland)
  • Energy-Charts: Stromerzeugung aus Erdgas (öffentliche Nettostromerzeugung)
  • MIBGAS: täglicher Großhandels-Gaspreisindikator für den PVB (MIBGAS PVB Day-Ahead / GDAES_D+1, EUR/MWh)
  • Open-Meteo: Wetterdaten (tägliche Temperatur, Wind, Strahlung) für Temperaturdarstellung (Deutschland-Zentrum) und Prognosefunktionen (nur Deutschland; Modellwahl: best_match)

Datenaktualisierung

AGSI (GIE)

  • Updates erfolgen typischerweise gegen 19:30 Uhr und 23:00 Uhr.
  • Gegen 19:30 Uhr können einzelne Speicher noch fehlen; der Datenstand ist in der Regel nach 23:00 Uhr vollständig.
  • Um 00:00 Uhr veröffentlicht die GIE kurzzeitig einen vorläufigen Tageswert, der später wieder zurückgezogen wird. Dieser Wert kann vom endgültigen Tageswert abweichen und ist daher nicht verlässlich.
  • Im Dashboard wird – sofern die Option „vorläufige Daten anzeigen“ aktiviert ist – der zuletzt verfügbare vorläufige Wert bis zum nächsten regulären Update (ca. 19:30 Uhr) angezeigt.
  • Der reguläre Datenstand bezieht sich jeweils auf den Vortag.

Bundesnetzagentur

  • Die Daten werden mehrmals täglich aktualisiert.
  • Werte können nachträglich (rückwirkend) angepasst werden.
  • Am jeweils letzten verfügbaren Tag sind vereinzelt noch vorläufige oder fehlerhafte Werte möglich.

Stromerzeugung aus Erdgas (Energy-Charts)

Für die Stromerzeugung aus Erdgas werden im Dashboard Daten bis zum letzten vollständig erfassten Tag angezeigt. Die vollständige Erfassung erfolgt in der Regel mit etwa 2 Stunden Verzögerung.

Europäischer Gaspreisindikator (MIBGAS)

Für den europäischen Gaspreisindikator wird der öffentliche MIBGAS-PVB-Day-Ahead-Wert (Produkt GDAES_D+1) aus der Jahresdatei übernommen. Die Daten werden fortlaufend aktualisiert; maßgeblich ist die Originalveröffentlichung von MIBGAS.

Der Dutch TTF ist lizenzpflichtig; daher wird hier MIBGAS als frei verfügbare Alternative verwendet.

Abdeckung und Einordnung

  • Gasspeicherdaten (AGSI) und die Stromerzeugung aus Erdgas sind für mehrere europäische Länder verfügbar und werden im Dashboard entsprechend länderbezogen dargestellt.
  • Gasimport- und Gasexportdaten der Bundesnetzagentur liegen nur für Deutschland vor.
  • Der daraus abgeleitete Gasverbrauch (Handel / Flüsse) wird deshalb ebenfalls nur für Deutschland angezeigt.
  • Der europäische Gaspreisindikator auf Basis von MIBGAS PVB Day-Ahead (GDAES_D+1) wird unabhängig von der ausgewählten Länderauswahl angezeigt.
  • Abgeleitete Kennzahlen und Visualisierungen basieren auf den jeweils verfügbaren Rohdaten. Nachträgliche Korrekturen der Datenquellen können zu Änderungen bereits angezeigter Werte führen.

KPI-Übersicht

Speicher

  • Land – aktuell ausgewähltes Land für die Auswertung.
  • Aktueller Füllstand – aggregierter Füllstand aller Gasspeicher des ausgewählten Landes in % der Gesamtkapazität.
  • Working-Gas-Kapazität – maximal speicherbares Nutzgas (ohne Puffer-/Kissengas), aggregiert über alle Speicher des Landes.
  • Gas im Speicher – aktueller Bestand an Nutzgas (Working Gas) in den Speichern des Landes.
  • Nettoänderung (Vortag) – tägliche Füllstandsänderung in Prozentpunkten der Gesamtkapazität.
  • Nettoänderung (Ø 7 Tage) – durchschnittliche tägliche Nettoänderung der letzten 7 Tage in Prozentpunkten.

Gasverbrauch nur Deutschland

  • Gasverbrauch – berechneter Gesamtgasverbrauch aus Nettoimporten, Speicherfluss und inländischer Eigenförderung.
  • davon Eigenförderung – rechnerischer Anteil des Verbrauchs, der aus inländischer Gasförderung stammt.
  • davon Speicher (netto) – rechnerischer Anteil des Verbrauchs, der aus Speicherentnahme abzüglich Einlagerung stammt.
  • davon Importe – rechnerischer Anteil des Verbrauchs, der aus Nettoimporten stammt; bei Speichereinlagerung nach Abzug des Speicherflusses.

Handel & Flüsse

  • Nettoimporte nur Deutschland – Importe gesamt minus Exporte gesamt.
  • Nettoimporte (Ø 7 Tage) nur Deutschland – Durchschnitt der letzten 7 verfügbaren Tageswerte der Nettoimporte.
  • Gaspreis Europa – täglicher Großhandels-Gaspreisindikator in EUR/MWh auf Basis von MIBGAS PVB Day-Ahead (GDAES_D+1).
  • Gaspreis Europa (Ø 7 Tage) – Durchschnitt der letzten 7 verfügbaren Tageswerte des europäischen Gaspreisindikators.

Chart-Übersicht

Charts – Speicher

  • Verlauf Gasspeicher Füllstände – Zeitreihe des aggregierten Füllstands (in %) für das gewählte Land; optional mit Temperaturdarstellung (Deutschland-Zentrum) und – für Deutschland – mit 14-Tage-Prognose.
  • Zufluss & Entnahme pro Tag (aus Füllstandsdifferenz) – tägliche Nettoänderung des Füllstands in Prozentpunkten der Gesamtkapazität.
  • Täglicher Zufluss & Entnahme – ein- und ausgelagerte Mengen in TWh/Tag (aggregiert über alle Speicher des Landes).
  • Entnahmeauslastung & Ausfallquote – Auslastung der verfügbaren Entnahmekapazität sowie geplante/ungeplante Nicht-Verfügbarkeiten (falls verfügbar).
  • Füllstand je Speicher – Vergleich einzelner Speicheranlagen im ausgewählten Land, sortiert nach Füllstand; für Deutschland zusätzlich mit Vergleich nach Bundesland.
  • Speicherstände im Ländervergleich – Vergleich der Länderfüllstände (z. B. Deutschland / Nachbarländer / Europa) mit Kapazitätsbezug.

Methodik der 14-Tage-Prognose (Deutschland)

Die 14-Tage-Prognose wird im Chart „Verlauf Gasspeicher Füllstände“ eingeblendet und zeigt eine modellbasierte Kurzfristprojektion des aggregierten Speicherfüllstands in Deutschland. Vereinfacht gesagt: Das Modell nimmt den Durchschnitt der letzten 7 Tage als Ausgangsbasis und verschiebt ihn für jeden Prognosetag je nach erwarteter Temperatur sowie erwarteter Wind- und Solarverfügbarkeit nach oben oder unten. Sie dient der Einordnung wahrscheinlicher Richtung und Größenordnung und ist keine amtliche oder offizielle Prognose.

Die Logik in 4 Schritten:

  1. Aus den letzten 7 Tagen wird der aktuelle Basistrend der Speicherstände bestimmt.
  2. Für jeden Prognosetag wird berechnet, wie stark Temperatur (Heizbedarf) und Wind/Sonne (zusätzlicher oder geringerer Erdgasbedarf im Stromsektor) von der jüngsten 7-Tage-Wetterlage abweichen.
  3. Diese wetterbedingte Zusatzkorrektur wird nur mit dem Anteil auf den Speicher übertragen, der unter der jeweiligen Lage plausibel direkt im Speicher sichtbar wird.
  4. Das Ergebnis wird vom letzten bekannten Füllstand aus tagweise fortgeschrieben.

Wichtige Einordnung: Die im Tooltip ausgewiesene Kennzahl „Gasbedarf Strom“ ist der absolute Tageswert des modellierten Gas-Proxys in GWh/Tag. Für die Prognose zählt jedoch nicht der absolute Wert allein, sondern die Abweichung zur 7-Tage-Basis.

Mit „wetterbedingter Zusatzkorrektur“ ist daher immer die tägliche Abweichung gemeint, die den 7-Tage-Basistrend nach oben oder unten verschiebt - nicht der absolute Tageswert allein.


  • Anwendungsbereich: Die Prognose wird nur für Deutschland angezeigt.
  • Startwert: Ausgangspunkt ist immer der zuletzt verfügbare bekannte aggregierte Speicherfüllstand.
  • Basistrend: Grundlage ist die durchschnittliche tägliche Nettoänderung der letzten 7 Tage in Prozentpunkten. Dieser Trend beschreibt die aktuell sichtbare Grundrichtung der Speicherentwicklung - also eher Ein- oder Ausspeicherung.
  • Kalendereffekt: Werktage und Wochenende werden unterschiedlich gewichtet, um typische Tagesmuster im Speicherbetrieb abzubilden, ohne den Wochenmittelwert systematisch zu verschieben.
  • Temperaturbeitrag: Der Heizbeitrag wird über Heating Degree Days (HDD, Basis 18 °C) gegenüber dem 7-Tage-Wettermittel berechnet. Dadurch reagiert das Modell nicht nur auf „wärmer oder kälter“, sondern auf die wahrscheinliche Änderung des Heizbedarfs.
  • Kälte-Boost und Solarentlastung: Sehr kalte Tage werden im Temperaturbeitrag zusätzlich verstärkt. Sonnige Tage können in echter Heizlage einen kleinen Teil des Heizbeitrags wieder entlasten.
  • Stromsektor-Beitrag: Aus mittlerer Windgeschwindigkeit und täglicher kurzwelliger Strahlung wird ein Erneuerbaren-Index als Wetter-Proxy für die kurzfristige Wind- und Solarverfügbarkeit gebildet. Daraus wird eine Modellgröße für den wahrscheinlichen Erdgasenergieeinsatz im Stromsektor abgeleitet.
  • Komprimierung des Wetterproxys: Vor der Übersetzung in den Gas-Proxy werden sehr niedrige und sehr hohe Werte des Erneuerbaren-Index gezielt etwas zur Mitte hin verschoben. Dadurch erreicht das Modell die Extrembereiche später und bildet beobachtbare Einsatzmuster robuster ab, ohne das feste Band des Gas-Proxys zu ändern.
  • 7-Tage-Wetterbasis: Verglichen werden jeweils der Prognosetag und das Mittel der letzten 7 Tage an derselben DE-Referenzkoordinate. Die Prognose reagiert damit auf Abweichungen zur jüngsten Witterung, nicht nur auf absolute Tageswerte.
  • Speicheranteil (ShareIn / ShareOut): Die wetterbedingte Zusatzkorrektur wird nicht vollständig auf den Speicher übertragen. Negative Impulse werden als wahrscheinliche zusätzliche Ausspeicherung, positive Impulse als wahrscheinliche Einspeicherung bzw. geringere Entnahme interpretiert.
  • Temperatur- und Richtungsbezug: Wie stark ein Wetterimpuls direkt im Speicher sichtbar wird, hängt von der Temperatur und von der bereits sichtbaren Grundrichtung der letzten 7 Tage ab. Kalte Tage und ein klar negativer Basistrend erhöhen typischerweise die Ausspeicherungswirksamkeit; milde Tage und ein klar positiver Basistrend erhöhen entsprechend die Einspeicherungswirksamkeit.
  • Bewusste Dämpfung: Die Share-Logik wird nur teilweise angewendet. Das Modell mischt 30 % der Share-Logik mit 70 % einer neutralen 1:1-Übertragung des Wettereffekts. So wird die Richtung der Speicherwirksamkeit berücksichtigt, ohne einen harten Grenzfall zu unterstellen.
  • Stabilisierung: Der wetterbedingte Zusatzbeitrag pro Tag wird begrenzt, damit Ausreißer aus Wettermodell, Proxy-Funktion oder Sondersituationen nicht ungebremst in die Projektion eingehen. Der Füllstand selbst wird technisch auf 0 % bis 100 % begrenzt.
  • DE-Wetterreferenz: Verwendet wird ein täglicher Forecast für das Deutschland-Zentrum (51,16 N / 10,45 E). Das 7-Tage-Wettermittel der Vergangenheit wird für dieselbe Koordinate gebildet.
  • Modellwahl der Wetterdaten: Verwendet wird Open-Meteo best_match. Dabei werden je nach Horizont und Datenverfügbarkeit automatisch die am besten geeigneten Wettermodelle kombiniert.
  • Anzeigevoraussetzung: Die Prognose wird nur berechnet, wenn der letzte verfügbare Speicherstand nicht älter als 2 Tage ist.

Backtest der 14-Tage-Prognose:

Getestet wurde jeweils die Abweichung am 14. Prognosetag im Vergleich zum später tatsächlich erreichten Füllstand.

Im Backtest für Forecast-Starts von 1. Oktober 2025 bis 15. Februar 2026 lag die durchschnittliche Abweichung der wetterangepassten 14-Tage-Prognose am Tag 14 bei 1,57 Prozentpunkten, basierend auf 138 Forecast-Starts. Ein reiner Basistrend, der nur die durchschnittliche 7-Tage-Nettoänderung fortschreibt, lag im Vergleich bei 2,52 Prozentpunkten.

Im Backtest für Forecast-Starts von 1. Februar 2026 bis 15. Februar 2026 lag die durchschnittliche Abweichung der 14-Tage-Prognose am Tag 14 bei 0,43 Prozentpunkten, basierend auf 15 Forecast-Starts. Beim reinen Basistrend betrug sie im gleichen Zeitraum 3,15 Prozentpunkte.

Besonders bei fortlaufenden Temperaturänderungen und wechselnden Wetterlagen ist die Prognose mit Berücksichtigung von Heizgradtagen und Gasproxy (Erdgasenergiebedarf) einem reinen Basistrend überlegen, da sie wetterbedingte Änderungen beim Heizbedarf und beim wahrscheinlichen Erdgasenergieeinsatz im Stromsektor besser abbildet.

Verbleibende Abweichungen entstehen vor allem dann, wenn sich die Nettoimporte innerhalb des 14-Tage-Zeitraums kurzfristig deutlich verändern. Solche Änderungen sind aus dem Ausgangsbild der letzten 7 Tage nur begrenzt vorhersagbar. Innerhalb der mit den verfügbaren Eingangsdaten abbildbaren Einflussfaktoren arbeitet das Modell im Backtest damit insgesamt robust; bei relativ stabilen Nettoimporten liegt die Prognose typischerweise besonders nahe am später tatsächlich erreichten Füllstand.

Formel & Beispielrechnung anzeigen

Der Tageswert der Prognose ergibt sich aus Basistrend + wetterbedingter Zusatzkorrektur. Die wetterbedingte Zusatzkorrektur besteht aus einem Temperaturbeitrag und einem Stromsektor-Beitrag. Erst danach wird über den Speicheranteil (ShareIn / ShareOut) bestimmt, wie viel davon plausibel direkt im Speicher sichtbar wird.

Hinweis zu Konstanten: Die festen Modellparameter sind bewusst als robuste Kurzfristlogik gewählt und anhand von Backtests auf historische Perioden plausibilisiert bzw. feinjustiert. Ziel ist keine physikalisch vollständige Systemabbildung, sondern eine nachvollziehbare, stabile und plausibilisierte Kurzfristprojektion.

Hinweis: clamp(...) bedeutet „auf einen Bereich begrenzen“ (z. B. 0 bis 1 oder 0 % bis 100 %).

Modellkonstanten – Kalender & Temperatur

Konstante Wert(e) Begründung / Einordnung
Wochentagsgewichtung Mo–Do 1,06 · Fr 1,02 · Sa 0,85 · So 0,77 Leitet typische Tagesmuster im Speicherbetrieb ab; der Wochendurchschnitt bleibt näherungsweise bei 1,00. Gilt für Ausspeicherung. Bei Einspeicherung wird die Logik um 1 gespiegelt: 2 − Gewicht.
DOW-Vollwirkungsschwelle 0,10 %-Punkte/Tag Unterhalb davon wird die Wochentagswirkung weich Richtung 1,00 gedämpft; ab diesem Betrag greift sie voll.
HDD-Basis 18 °C Etablierte Referenztemperatur, um Temperaturänderungen in einen robusten Heizbedarfs-Proxy zu übersetzen.
Temperatur-Koeffizient −0,0625 %-Punkte je 1 HDD Abweichung Kalibriert den Temperaturbeitrag so, dass er den Basistrend sinnvoll ergänzt, aber nicht dominiert.
Kälte-Boost Start bei +2 °C · voller Boost bei −8 °C · max +35 % Bildet ab, dass der Heizbedarf in Frostlagen häufig überproportional steigt; der Effekt bleibt bewusst gedeckelt.
Solarer Entlastungseffekt max 0,05 Kleiner Korrekturfaktor für passive solare Wärmegewinne; wirkt nur in echter Heizlage und nur entlastend.

Modellkonstanten – Strom-Proxy aus Wind und Sonne

Konstante Wert(e) Begründung / Einordnung
Wind-Normalisierung (Wind − 2,6) / 3,4 Normiert die tägliche mittlere Windgeschwindigkeit in einen Score von 0 bis 1.
Solar-Normalisierung Shortwave / 16 Skaliert die tägliche kurzwellige Strahlung in einen Score von 0 bis 1; dient als Tages-Proxy, nicht als Ertragsmodell.
Solar-Saisonalität min 0,80 · neutral 1,00 · max 1,20
Maximum 20.06. · Minimum 21.12.
Moduliert ausschließlich den Solar-Anteil des Erneuerbaren-Index entlang einer glatten Jahreskurve. Dadurch wird berücksichtigt, dass dieselbe kurzwellige Strahlung je nach Jahreszeit unterschiedlich zu bewerten ist; das bildet die Wirkung von Tageslänge und jahreszeitlich typischer Solarverfügbarkeit ab, ohne den Wind-Anteil zu verändern.
Mix-Gewichte Wind/Sonne 0,55 / 0,45 Wind ist leicht dominant, Solar liefert zusätzliche Tages-/Saisonalitätsinformation.
Rand-Kompression des Erneuerbaren-Index 0,40 Staucht die Ränder zur Mitte hin. Dadurch werden Extremwerte später erreicht, ohne die Grenzen 0 und 1 grundsätzlich aufzuheben.
renIdx-Schwelle für Sättigung ≤ 0,02 (nach Kompression) Bei nahezu fehlender Wind-/Solarverfügbarkeit wird direkt die obere Plausibilitätsgrenze des Gas-Proxys gesetzt.
Proxy-Krümmung (1 − renIdx)3,2 Steile Knappheitskurve: Bei wenig Wind und Sonne steigt der Gas-Proxy deutlich überproportional.
GasProxy_Gain 1,15 Technischer Anpassungsfaktor des Gas-Proxys. Bei 1,15 werden Abweichungen oberhalb der Untergrenze (60 GWh/Tag) um 15 % verstärkt; das feste Band des Gas-Proxys bleibt bestehen.
GasProxy-Band min 60 · max 900 GWh/Tag Untergrenze gegen unrealistische Null-Tage, Obergrenze als Plausibilitätsdeckel für knappe Erneuerbaren-Lagen.

Modellkonstanten – Speicherwirksamkeit & Stabilisierung

Konstante Wert(e) Begründung / Einordnung
DE-Arbeitsgaskapazität 251.000 GWh Grundlage für die Umrechnung von Energiemengen in Füllstands-Prozentpunkte; 1 % entspricht 2.510 GWh.
Volle Speicher-Umrechnung 0,03984 %-Punkte je 100 GWh Direkte Umrechnung aus der Arbeitsgaskapazität, falls eine Energiemenge vollständig speicherwirksam wäre.
Share-Modell-Gewicht 0,30 Das Modell mischt 30 % der Share-Logik mit 70 % einer neutralen 1:1-Übertragung des Wettereffekts; so bleibt die Wirkung plausibel, aber nicht zu hart.
Regime-Skalierung des Basistrends ±250 GWh/Tag Normierungsgröße dafür, ab wann das bestehende Speicherregime modellseitig als klar gilt.
ShareOut (Ausspeicherungsanteil) warm 11 °C · kalt −8 °C · min 0,30 · max 0,70 · Regime-Boost +0,05 Bestimmt, welcher Anteil negativer Wetterimpulse als zusätzliche Ausspeicherung im Speicher ankommt. Bei kalter Witterung und negativer Grundtendenz fällt dieser Anteil höher aus.
ShareIn (Einspeicherungsanteil) Start 11 °C · voll 18 °C · min 0,30 · max 0,70 · Regime-Boost +0,05 Bestimmt, welcher Anteil positiver Wetterimpulse im Speicher als Einspeicherung oder geringere Ausspeicherung sichtbar wird. Bei milder Witterung und positiver Grundtendenz fällt dieser Anteil höher aus.
Stabilisierung clamp(Δ_wetter_effektiv, −1, +1) Sicherheitskappung gegen Ausreißer aus Wettermodell oder Proxy-Logik.

Symbolik und Herkunft der Variablen

Variable Bedeutung Herkunft im Modell
Füllstand_alt letzter bekannter Füllstand in % letzter verfügbarer AGSI-Tageswert
Δ_basis_roh Ø 7-Tage-Nettoänderung in %-Punkten/Tag aus den letzten 7 bekannten Speicheränderungen
Δ_basis kalendergewichteter Basistrend Δ_basis_roh × Wochentagsgewicht
T̄_7d 7-Tage-Mitteltemperatur Mittel der letzten 7 Tageswerte an der DE-Referenzkoordinate
renIdx̄_7d_raw 7-Tage-Mittel des täglichen Erneuerbaren-Index Mittel der letzten 7 Tageswerte von renIdx_Tag_raw
T_Tag prognostizierte Tagesmitteltemperatur Open-Meteo Forecast
solarSeasonFactor_Tag saisonaler Faktor auf den Solar-Anteil aus dem Kalendertag über die glatte Jahreskurve zwischen 21.12. und 20.06.
Wind_Tag prognostizierte mittlere Windgeschwindigkeit in 10 m Open-Meteo Forecast
Shortwave_Tag prognostizierte tägliche kurzwellige Strahlung Open-Meteo Forecast
Δ_temp_roh roh berechneter Temperaturbeitrag aus HDD-Abweichung, Kälte-Boost und solarem Entlastungseffekt
GasProxy_Tag „Gasbedarf Strom“ des Prognosetags in GWh/Tag aus Wind, Solar, Kompression, Knappheitskurve und Gain
GasProxy_7d_Basis „Gasbedarf Strom“ der 7-Tage-Basis in GWh/Tag aus renIdx̄_7d_raw über dieselbe Proxy-Funktion
Δ_ren_roh roh berechneter Stromsektor-Beitrag aus der Differenz GasProxy_Tag − GasProxy_7d_Basis
Δ_wetter_roh gemeinsame wetterbedingte Zusatzkorrektur vor Share-Logik Δ_temp_roh + Δ_ren_roh
shareRaw roh berechneter direkt speicherwirksamer Anteil aus Temperatur und Grundrichtung (ShareIn oder ShareOut)
Δ_wetter_effektiv effektive wetterbedingte Zusatzkorrektur Δ_wetter_roh nach Teilgewichtung und Kappung
Δ_tag endgültige tägliche Änderung in %-Punkten Δ_basis + Δ_wetter_effektiv

Vereinfachte Rechenlogik (kommentiert)

HDD_7d_Basis = max(0, 18 - T̄_7d)
// Heizgradtage der 7-Tage-Wetterbasis.
// Je kälter die letzten 7 Tage im Mittel waren, desto höher dieser Wert.

HDD_Tag = max(0, 18 - T_Tag)
// Heizgradtage des Prognosetags.
// Je kälter der Prognosetag, desto höher der angenäherte Heizbedarf.

HDD_Abw = HDD_Tag - HDD_7d_Basis
// Abweichung des Heizbedarfs gegenüber der 7-Tage-Basis.
// Positiv = Prognosetag ist kälter als das jüngste Wettermittel.
// Negativ = Prognosetag ist milder als das jüngste Wettermittel.

Δ_temp_roh = -0,0625 * HDD_Abw
// Rohbeitrag der Temperatur zur Prognose in %-Punkten.
// Kälter als die 7-Tage-Basis wirkt negativ auf den Speicherstand,
// milder als die 7-Tage-Basis wirkt entlastend bzw. positiv.

Kältefaktor = 1 + 0,35 * clamp((2 - T_Tag) / 10, 0, 1)
// Verstärkt den Temperaturbeitrag an sehr kalten Tagen zusätzlich.
// Ab +2 °C kein Zusatz-Boost, Richtung −8 °C schrittweise bis zum Maximalwert.

Δ_temp_roh = Δ_temp_roh * Kältefaktor
// Wendet den Kälte-Boost auf den rohen Temperaturbeitrag an.
// Sehr kalte Tage beeinflussen die Prognose dadurch stärker als nur linear über HDD.

solarScore_Tag = clamp(Shortwave_Tag / 16, 0, 1)
// Normiert die tägliche kurzwellige Strahlung (0..16 MJ/m²) auf einen Bereich von 0 bis 1.
// Dient hier als einfacher Tages-Proxy für solare Entlastung.

solarRelief_Tag = 0,05 * solarScore_Tag
// Maximal 5 % Entlastung des Temperaturbeitrags, skaliert nach Solar-Score.

wenn (HDD_Tag > 0 und Δ_temp_roh < 0):
  Δ_temp_roh = Δ_temp_roh * (1 - solarRelief_Tag)
// Solare Entlastung wird nur angewendet,
// wenn überhaupt Heizbedarf vorliegt (HDD_Tag > 0)
// und der Temperaturbeitrag tatsächlich in Richtung zusätzlicher Ausspeicherung wirkt.

windScore_Tag = clamp((Wind_Tag - 2,6) / 3,4, 0, 1)
// Normiert die mittlere Windgeschwindigkeit (2,6..6,0 m/s) auf einen Bereich von 0 bis 1.
// Niedriger Wind ergibt einen kleinen Score, höherer Wind einen größeren Score.

solarSeasonFactor_Tag = SolarSaisonFaktor(Datum_Tag)
// Liefert einen glatten saisonalen Faktor nur für den Solar-Anteil.
// 21.12. = 0,80 | 20.06. = 1,20 | Jahresmittel = 1,00.

renIdx_Tag_raw = clamp(0,55 * windScore_Tag + 0,45 * solarScore_Tag * solarSeasonFactor_Tag, 0, 1)
// Bildet aus Wind und saisonal moduliertem Solar-Anteil den täglichen Erneuerbaren-Index.
// Der Faktor wirkt nur auf den Solar-Anteil; der Wind-Anteil bleibt unverändert.
// Hoher Wert = mehr erwartbare Erneuerbaren-Verfügbarkeit.

renIdx̄_7d_raw = Mittelwert der letzten 7 Tageswerte von renIdx_Tag_raw
// 7-Tage-Basis des Erneuerbaren-Index (gleiche Koordinate).
// Jeder Tageswert enthält dabei seine eigene kalendarische Solar-Modulation.
// Verglichen wird also der Prognosetag mit der jüngsten Wetterlage,
// nicht mit einem langfristigen Klimamittel.

Kompression(x, a = 0,40):
  // Komprimiert den Erneuerbaren-Index vor der Umrechnung in den Gas-Proxy.
  // Ziel: Sehr niedrige und sehr hohe Rohwerte etwas zur Mitte hin verschieben,
  // damit Extremzonen robuster und realitätsnäher abgebildet werden.
  wenn (x < 0,5):
    0,5 * (x / 0,5)^(1 - a)
    // Untere Hälfte: Kleine Werte werden etwas angehoben.
  sonst:
    1 - 0,5 * ((1 - x) / 0,5)^(1 - a)
    // Obere Hälfte: Große Werte werden etwas abgesenkt.

renIdx_Tag = Kompression(renIdx_Tag_raw, 0,40)
// Wendet die Kompression auf den Erneuerbaren-Index des Prognosetags an.

renIdx_7d_Basis = Kompression(renIdx̄_7d_raw, 0,40)
// Wendet dieselbe Kompression auch auf die 7-Tage-Basis an,
// damit Tageswert und Vergleichsbasis methodisch konsistent behandelt werden.

GasProxy(renIdx):
  // Übersetzt den komprimierten Erneuerbaren-Index in einen Proxy
  // für den wahrscheinlichen Erdgasenergieeinsatz im Stromsektor.
  // Wenig Erneuerbare -> höherer Gas-Proxy.
  // Viel Erneuerbare -> niedrigerer Gas-Proxy.

  wenn (renIdx <= 0,02):
    GasProxy = 900
    // Bei extrem geringer Erneuerbaren-Verfügbarkeit
    // wird direkt die obere Plausibilitätsgrenze gesetzt.

  sonst:
    scarcity = 1 - renIdx
    // Knappheitsmaß der Erneuerbaren.
    // Je kleiner der Erneuerbaren-Index, desto größer die Knappheit.

    shaped = scarcity^3,2
    // Nichtlineare Verstärkung der Knappheit.
    // Niedrige Erneuerbaren-Verfügbarkeit wirkt dadurch überproportional
    // auf den späteren Gas-Proxy.

    GasRaw = 60 + (900 - 60) * shaped
    // Rohwert des Gas-Proxys innerhalb des festen Bands von 60 bis 900 GWh/Tag.

GasProxy = clamp(60 + (GasRaw - 60) * GasProxy_Gain, 60, 900)
	// Wendet den technischen Anpassungsfaktor (GasProxy_Gain) auf den Rohwert an.
	// GasProxy_Gain = 1,15 verstärkt Abweichungen oberhalb der Untergrenze (60) um 15 %.
	// Unabhängig davon begrenzt clamp den Wert auf das Band von 60 bis 900 GWh/Tag.

GasProxy_Tag = GasProxy(renIdx_Tag)
// Gas-Proxy des Prognosetags.
// Entspricht dem modellierten "Gasbedarf Strom" für den einzelnen Prognosetag.

GasProxy_7d_Basis = GasProxy(renIdx_7d_Basis)
// Gas-Proxy der 7-Tage-Basis.
// Dient als Vergleichswert, um nur die wetterbedingte Abweichung zu erfassen.

Δ_ren_roh = -((GasProxy_Tag - GasProxy_7d_Basis) / 100) * 0,03984
// Rohbeitrag des Stromsektors in %-Punkten.
// Liegt der Gas-Proxy des Prognosetags über der 7-Tage-Basis,
// wirkt das negativ auf den Speicher.
// Die Umrechnung erfolgt von GWh in Füllstands-Prozentpunkte.

Δ_wetter_roh = Δ_temp_roh + Δ_ren_roh
// Fasst Temperaturbeitrag und Stromsektor-Beitrag
// zur gesamten wetterbedingten Zusatzkorrektur zusammen.

BasisTrend_GWh = (Δ_basis_roh / 100) * 251000
// Rechnet den rohen Basistrend in GWh/Tag um.
// Dieser Wert wird genutzt, um das aktuelle Speicherregime
// als eher ausspeichernd oder eher einspeichernd einzuordnen.

wenn (Δ_wetter_roh < 0):
  coldness = clamp((11 - T_Tag) / (11 - (-8)), 0, 1)
  // Misst, wie kalt der Prognosetag im ShareOut-Sinn ist.
  // Je kälter der Tag, desto höher der Wert.

  withdrawRegime = clamp((-BasisTrend_GWh) / 250, 0, 1)
  // Misst, wie stark bereits ein ausspeicherndes Grundregime vorliegt.
  // Je negativer der Basistrend, desto stärker die laufende Entnahmephase.

  shareRaw = clamp(0,30 + (0,70 - 0,30) * coldness + 0,05 * withdrawRegime, 0,30, 0,70)
  // Bestimmt den plausiblen Anteil negativer Wetterimpulse,
  // der tatsächlich als zusätzliche Ausspeicherung im Speicher sichtbar wird.

sonst:
  warmth = clamp((T_Tag - 11) / (18 - 11), 0, 1)
  // Misst, wie mild der Prognosetag im ShareIn-Sinn ist.
  // Je milder der Tag, desto höher der Wert.

  injectRegime = clamp(BasisTrend_GWh / 250, 0, 1)
  // Misst, wie stark bereits ein einspeicherndes Grundregime vorliegt.
  // Je positiver der Basistrend, desto stärker die laufende Einspeicherungsphase.

  shareRaw = clamp(0,30 + (0,70 - 0,30) * warmth + 0,05 * injectRegime, 0,30, 0,70)
  // Bestimmt den plausiblen Anteil positiver Wetterimpulse,
  // der tatsächlich als Einspeicherung oder geringere Ausspeicherung im Speicher sichtbar wird.

effectiveShare = (1 - 0,30) + 0,30 * shareRaw
// Mischt 30 % Share-Logik mit 70 % neutraler 1:1-Übertragung.
// Dadurch wird der Wetterimpuls weder vollständig nach Share-Logik
// noch vollständig ungedämpft übernommen.

Δ_wetter_effektiv = clamp(Δ_wetter_roh * effectiveShare, -1, +1)
// Berechnet die tatsächlich wirksame wetterbedingte Zusatzkorrektur.
// Gleichzeitig wird der Tageseffekt auf einen plausiblen Bereich begrenzt,
// damit Ausreißer die Prognose nicht ungebremst verzerren.

Δ_tag_roh = Δ_basis_roh + Δ_wetter_effektiv
// Roh-Tagesdelta vor Wochentagslogik.
// Es setzt sich aus Basistrend und effektivem Wetterbeitrag zusammen.

wenn (Δ_tag_roh > 0):
  Zielgewicht = 2 - Wochentagsgewicht
// Spiegelt die Wochentagslogik für Einspeicherung um 1,00.

wenn (Δ_tag_roh < 0):
  Zielgewicht = Wochentagsgewicht
// Verwendet die normale Wochentagslogik für Ausspeicherung.

wenn (Δ_tag_roh == 0):
  Zielgewicht = 1,00
// Bei neutralem Roh-Tagesdelta bleibt der Kalendereffekt neutral.

DOW_Stärke = smoothstep01(clamp(|Δ_tag_roh| / 0,10, 0, 1))
// Dämpft die Wochentagswirkung bei kleinen Tagesbewegungen Richtung 1,00.
// Ab 0,10 %-Punkten Roh-Tagesdelta greift die Zielgewichtung voll.

DOW_Faktor = 1 + DOW_Stärke * (Zielgewicht - 1)
// Bildet den tatsächlich wirksamen Wochentagsfaktor.

Δ_tag = Δ_tag_roh * DOW_Faktor
// Endgültige tägliche Veränderung des Speicherfüllstands.
// Erst hier wirkt der richtungsabhängige Kalendereffekt.

Füllstand_neu = clamp(Füllstand_alt + Δ_tag, 0, 100)
// Schreibt den Füllstand einen Tag weiter fort.
// Das Ergebnis wird technisch auf den Bereich 0 % bis 100 % begrenzt.
			  

Beispielrechnung (vereinfacht, aber vollständig)

Das Beispiel zeigt die Modelllogik Schritt für Schritt: Variablen festlegen → Formel zeigen → Werte einsetzen → Ergebnis berechnen.

Gegebene Größe Wert Herkunft / Bedeutung
Füllstand_alt 43,0 % letzter bekannter Speicherfüllstand
Δ_basis_roh −0,08 %-Punkte/Tag Ø 7-Tage-Nettoänderung der letzten 7 Tage
Datum_Tag 11.02.2026 Kalendertag des Prognosetags
Tag der Woche Mittwoch für die Wochentagsgewichtung
Wochentagsgewicht 1,06 Zielgewicht für Ausspeicherung am Mittwoch
DOW-Vollwirkungsschwelle 0,10 %-Punkte/Tag ab diesem Betrag greift die Wochentagslogik voll
T̄_7d 5,0 °C 7-Tage-Mitteltemperatur der Referenzkoordinate
T_Tag 0,0 °C prognostizierte Tagesmitteltemperatur
Wind_Tag 4,0 m/s prognostizierte mittlere Windgeschwindigkeit in 10 m
Shortwave_Tag 8,0 MJ/m²/Tag prognostizierte tägliche kurzwellige Strahlung
renIdx̄_7d_raw 0,55 Mittelwert der letzten 7 Tageswerte des saisonal gewichteten Erneuerbaren-Index

1) Basistrend

Formel:
Δ_basis_roh = Ø 7-Tage-Nettoänderung

Einsetzen:
Δ_basis_roh = −0,08 %-Punkte

2) Temperaturbeitrag

Formeln:
HDD_7d_Basis = max(0, 18 − T̄_7d)
HDD_Tag = max(0, 18 − T_Tag)
HDD_Abw = HDD_Tag − HDD_7d_Basis
Δ_temp_roh = −0,0625 × HDD_Abw

Einsetzen:
HDD_7d_Basis = 18 − 5,0 = 13,0
HDD_Tag = 18 − 0,0 = 18,0
HDD_Abw = 18,0 − 13,0 = 5,0
Δ_temp_roh = −0,0625 × 5,0 = −0,3125 %-Punkte

3) Kälte-Boost und solarer Entlastungseffekt

Formeln:
Kältefaktor = 1 + 0,35 × clamp((2 − T_Tag) / 10, 0, 1)
solarScore_Tag = clamp(Shortwave_Tag / 16, 0, 1)
solarRelief_Tag = 0,05 × solarScore_Tag
Δ_temp_roh_neu = Δ_temp_roh × Kältefaktor × (1 − solarRelief_Tag)

Einsetzen:
Kältefaktor = 1 + 0,35 × ((2 − 0,0) / 10) = 1,07
solarScore_Tag = 8,0 / 16 = 0,50
solarRelief_Tag = 0,05 × 0,50 = 0,025 (= 2,5 %)
Δ_temp_roh_neu = −0,3125 × 1,07 × (1 − 0,025) = −0,3260 %-Punkte

4) Tageswert des Erneuerbaren-Index aus Wind, Sonne und Kalendertag

Formeln:
windScore_Tag = clamp((Wind_Tag − 2,6) / 3,4, 0, 1)
solarScore_Tag = clamp(Shortwave_Tag / 16, 0, 1)
solarSeasonFactor_Tag = SolarSaisonFaktor(Datum_Tag)
renIdx_Tag_raw = clamp(0,55 × windScore_Tag + 0,45 × solarScore_Tag × solarSeasonFactor_Tag, 0, 1)

Einsetzen:
windScore_Tag = (4,0 − 2,6) / 3,4 = 0,4118
solarScore_Tag = 8,0 / 16 = 0,5000
solarSeasonFactor_Tag = SolarSaisonFaktor(11.02.2026) = 0,8761
renIdx_Tag_raw = 0,55 × 0,4118 + 0,45 × 0,5000 × 0,8761 = 0,4236

5) Kompression und Gasbedarf Strom

Formeln:
Für x < 0,5 gilt: x_kompr = 0,5 × (x / 0,5)0,60
Für x ≥ 0,5 gilt: x_kompr = 1 − 0,5 × ((1 − x) / 0,5)0,60
scarcity = 1 − renIdx
shaped = scarcity3,2
GasRaw = 60 + (900 − 60) × shaped
GasProxy = clamp(60 + (GasRaw − 60) × 1,15, 60, 900)

Einsetzen für den Prognosetag:
renIdx_Tag = 0,5 × (0,4236 / 0,5)0,60 = 0,4526
scarcity_Tag = 1 − 0,4526 = 0,5474
shaped_Tag = 0,54743,2 = 0,1454
GasRaw_Tag = 60 + 840 × 0,1454 = 182,1 GWh/Tag
GasProxy_Tag = 60 + (182,1 − 60) × 1,15 = 200,4 GWh/Tag

Einsetzen für die 7-Tage-Basis:
renIdx_7d_Basis = 1 − 0,5 × ((1 − 0,55) / 0,5)0,60 = 0,5306
scarcity_7d = 1 − 0,5306 = 0,4694
shaped_7d = 0,46943,2 = 0,0889
GasRaw_7d = 60 + 840 × 0,0889 = 134,7 GWh/Tag
GasProxy_7d_Basis = 60 + (134,7 − 60) × 1,15 = 145,9 GWh/Tag

6) Stromsektor-Beitrag

Formel:
Δ_ren_roh = −((GasProxy_Tag − GasProxy_7d_Basis) / 100) × 0,03984

Einsetzen:
GasDelta = 200,4 − 145,9 = 54,5 GWh/Tag
Δ_ren_roh = −((54,5 / 100) × 0,03984) = −0,0217 %-Punkte

7) Gemeinsame wetterbedingte Zusatzkorrektur

Formel:
Δ_wetter_roh = Δ_temp_roh_neu + Δ_ren_roh

Einsetzen:
Δ_wetter_roh = −0,3260 + (−0,0217) = −0,3477 %-Punkte

8) ShareOut und effektiver Wetterbeitrag

Formeln:
BasisTrend_GWh = (Δ_basis_roh / 100) × 251.000
coldness = clamp((11 − T_Tag) / (11 − (−8)), 0, 1)
withdrawRegime = clamp((−BasisTrend_GWh) / 250, 0, 1)
shareRaw = clamp(0,30 + 0,40 × coldness + 0,05 × withdrawRegime, 0,30, 0,70)
effectiveShare = 0,70 + 0,30 × shareRaw
Δ_wetter_effektiv = Δ_wetter_roh × effectiveShare

Einsetzen:
BasisTrend_GWh = (−0,08 / 100) × 251.000 = −200,8 GWh/Tag
coldness = (11 − 0,0) / 19 = 0,5789
withdrawRegime = clamp(200,8 / 250, 0, 1) = 0,8032
shareRaw = 0,30 + 0,40 × 0,5789 + 0,05 × 0,8032 = 0,5717
effectiveShare = 0,70 + 0,30 × 0,5717 = 0,8715
Δ_wetter_effektiv = −0,3477 × 0,8715 = −0,3030 %-Punkte

9) Roh-Tagesdelta

Formel:
Δ_tag_roh = Δ_basis_roh + Δ_wetter_effektiv

Einsetzen:
Δ_tag_roh = −0,08 + (−0,3030) = −0,3830 %-Punkte

10) Richtungsabhängige Wochentagsgewichtung

Formeln:
Zielgewicht = Wochentagsgewicht, da Δ_tag_roh < 0
DOW_Stärke = smoothstep01(clamp(|Δ_tag_roh| / 0,10, 0, 1))
DOW_Faktor = 1 + DOW_Stärke × (Zielgewicht − 1)
Δ_tag = Δ_tag_roh × DOW_Faktor

Einsetzen:
Zielgewicht = 1,06
DOW_Stärke = smoothstep01(clamp(0,3830 / 0,10, 0, 1)) = 1,0000
DOW_Faktor = 1 + 1,0000 × (1,06 − 1) = 1,0600
Δ_tag = −0,3830 × 1,0600 = −0,4060 %-Punkte

11) Neuer Prognosewert

Formel:
Füllstand_neu = Füllstand_alt + Δ_tag

Einsetzen:
Füllstand_neu = 43,0 + (−0,4060) = 42,5940 %
Ergebnis technisch begrenzt auf 0 % bis 100 %.


Charts – Handel, Flüsse & Verstromung

  • Gasimporte nach Deutschland – tägliche Importmengen in GWh/Tag nach Herkunftsland (inkl. Nettoimporte gesamt).
  • Gasexporte aus Deutschland – tägliche Exportmengen in GWh/Tag nach Zielland.
  • Gasverbrauch – abgeleitete Zeitreihe des Gasverbrauchs in TWh/Tag mit vier Linien: Gasverbrauch gesamt (Nettoimporte gesamt + Speicherfluss [Entnahme − Zufluss] + inländische Eigenförderung), davon Eigenförderung, davon Speicher (netto) sowie davon Importe.
  • Stromerzeugung aus Erdgas – öffentliche Nettostromerzeugung aus Erdgas in GWh/Tag; Anzeige bis zum letzten vollständig erfassten Tag.
  • Europäischer Gaspreisindikator – täglicher Großhandels-Gaspreis in EUR/MWh auf Basis von MIBGAS PVB Day-Ahead (GDAES_D+1).

Transparenzhinweis

Die Darstellung im Dashboard dient der Information und Einordnung. Maßgeblich bleiben die Originalveröffentlichungen und Aktualisierungen der jeweiligen Datenquellen. Bei Abweichungen sind die Angaben der Datenanbieter maßgeblich.