← Zum Gasspeicher-Dashboard

Reichweitenprognose Deutschland

Simulation ab dem letzten verlässlichen Speicherstand: 14 Tage auf Basis des aktuellen Speichertrends, angepasst an Wetter und geschätzten Gasbedarf der Stromerzeugung, anschließend auf Basis saisonaler Referenzwerte und der gewählten Szenarioannahmen.

Datenquellen: AGSI (GIE), Bundesnetzagentur, Energy-Charts und Open-Meteo. Modellrechnung ohne Gewähr; ausschließlich Deutschland.
Einstellung im Standardszenario: Von November 2026 bis Februar 2027 liegen die angesetzten Nettoimporte 200 GWh/Tag über der Monatsreferenz. Damit unterstellt das Modell für diesen Winter zusätzliche Importe zur Wiederbefüllung bei aktuell niedrigem Füllstand. Der Aufschlag ist frei anpassbar, stammt nicht aus den historischen Referenzdaten und ist keine Prognose zugesicherter Liefermengen.
Aktueller Füllstand
Niedrigster Füllstand
Füllstand am 1. November
nächster 1. November
Erstmals unter 20 %
kritische Schwelle

Gasspeicher-Füllstand 12-Monatsprognose

Aktueller Verlauf und 12-Monats-Prognose
Ist-Füllstand 14-Tage-Prognose 12-Monats-Prognose Prognosebandbreite Füllstand Vorjahr

Versorgungsbilanz

Nettoimporte, Eigenförderung, Gesamtgasverbrauch und Speicherfluss

Temperatur und Gasbedarf der Stromerzeugung

Wetter und geschätzter Erdgasbedarf der Gaskraftwerke

Annahmen und Szenarien

Hier lassen sich Temperatur, Nettoimporte, Gasbedarf der Stromerzeugung, übriger Gasverbrauch und Eigenförderung anpassen. Bei den Verbrauchswerten entsprechen 100 % dem jeweiligen Referenzwert.
TemperaturHistorische Referenz NettoimporteWinteraufschlag 200 GWh/Tag GasverbrauchHistorische Referenz
Temperaturoffset Winter
Monat Referenztemperatur
(°C)
Temperatur-
Szenario (°C)
Referenz-
Nettoimporte (GWh/Tag)
Nettoimporte-
Szenario (GWh/Tag)
Gasbedarf Stromerzeugung
(% der Referenz)
Übriger Gasverbrauch
(ohne Stromerzeugung, % der Referenz)
Eigenförderung
(GWh/Tag)
Referenzwerte werden aus den verfügbaren Tagesdaten seit dem 1. Januar 2024 abgeleitet.
Der Temperaturoffset Winter wirkt nur von November bis März.
Voreinstellung im Standardszenario: Von November 2026 bis Februar 2027 liegen die Nettoimporte 200 GWh/Tag über der Monatsreferenz. Damit berücksichtigt das Modell für diesen Winter zusätzliche Importe zur Wiederbefüllung. Der Aufschlag ist frei anpassbar und ist keine Prognose zugesicherter Liefermengen.

Monatsübersicht

Mittelwerte und Speicherstand am Monatsende
Monat Ø Temperatur
(°C)
Ø Nettoimporte
(GWh/Tag)
Ø Eigenförderung
(GWh/Tag)
Ø Gasverbrauch
(GWh/Tag)
Ø Speicherfluss
(GWh/Tag)
Füllstand
Monatsende (%)

Modelllogik und Datengrundlage

Startpunkt und Prognosezeitraum

Die Berechnung startet mit dem letzten verlässlichen Speicherfüllstand. Spätere, noch vorläufige Füllstände werden nicht als Ist-Werte verwendet. Von diesem Stichtag an wird der Speicherstand täglich für insgesamt zwölf Monate fortgeschrieben. Die Kennzahlen „Niedrigster Füllstand“ und „Erstmals unter 20 %“ beziehen sich auf den betrachteten Winter vom 1. Oktober bis 31. März und berücksichtigen Ist- und Prognosewerte. Ab dem 1. April wird der folgende Winter betrachtet.

Kurzfristige Berechnung: die ersten 14 Tage

Für die ersten 14 Tage verwendet das Modell zunächst den durchschnittlichen täglichen Speichertrend der letzten sieben Tage. Dieser Trend wird für jeden Prognosetag anhand der erwarteten Temperatur sowie der Wind- und Solarstromerzeugung angepasst. Entscheidend sind die Abweichungen von der Wetterlage der vorangegangenen sieben Tage. Aus Wind und Sonneneinstrahlung schätzt das Modell außerdem, wie viel Gas die Gaskraftwerke voraussichtlich für die Stromerzeugung benötigen. Typische Unterschiede zwischen Werktagen und Wochenenden werden ebenfalls berücksichtigt.

Der Speicherstand wird in dieser Phase direkt aus dem aktuellen Speichertrend und den Wetteranpassungen berechnet. Die einzelnen Bestandteile der Gasbilanz werden für diese 14 Tage nicht separat prognostiziert. Die angezeigte Gasbilanz wird deshalb aus der berechneten Speicheränderung zurückgerechnet.

Gasbilanz ab dem 15. Prognosetag

Ab dem 15. Tag berechnet das Modell den Speicherstand aus einer täglichen Gasbilanz. Nettoimporte und deutsche Eigenförderung erhöhen die verfügbare Gasmenge. Der übrige Gasverbrauch und der Gasbedarf der Gaskraftwerke verringern sie. Ein Überschuss wird eingespeichert, ein Defizit aus dem Speicher entnommen. Der Speicherinhalt kann weder unter null noch über die verfügbare Arbeitsgaskapazität steigen. Reicht der Speicher bei einem Defizit nicht aus, weist das Modell die fehlende Menge als nicht gedeckten Bedarf aus.

Verwendete historische Daten

Die historische Referenzdatenbasis des Modells beginnt am 1. Januar 2024 und wird bis zum jeweils letzten vollständigen Datenstand fortgeführt. Der vergleichsweise kurze Referenzzeitraum ist bewusst gewählt, um die derzeitigen Strukturen und Rahmenbedingungen des deutschen Gasmarkts stärker abzubilden. Dies betrifft insbesondere die Nettoimporte sowie die im Modell getrennt betrachteten Verbrauchskomponenten: den übrigen Gasverbrauch und den Gasbedarf der Gaskraftwerke. Verwendet werden Speicherfüllstände sowie Ein- und Ausspeicherungen von AGSI, Importe, Exporte und Eigenförderung der Bundesnetzagentur, die Stromerzeugung aus Erdgas von Energy-Charts sowie Temperatur- und Wetterdaten von Open-Meteo. Als Wetterreferenz dient das gleich gewichtete Mittel aus Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München. Über „best_match“ kombiniert Open-Meteo je nach Prognosezeitraum und Datenverfügbarkeit geeignete Wettermodelle. Das historische 7-Tage-Wettermittel wird ebenfalls auf dieser Städtebasis berechnet. Für die Referenzwerte nutzt das Modell nur historische Ist-Daten bis zum Startdatum der Simulation. Die Prognosewerte der ersten 14 Tage fließen nicht in diese Referenzen ein.

Saisonale Referenzwerte

Für Temperatur, übrigen Gasverbrauch, Gasbedarf der Gaskraftwerke und Eigenförderung bildet das Modell saisonale Tagesverläufe aus historischen Werten rund um den jeweiligen Kalendertag. Werte nahe am jeweiligen Kalendertag sowie neuere Daten erhalten dabei ein höheres Gewicht. Für jeden Prognosemonat wird aus dem saisonalen täglichen Temperaturverlauf zunächst eine mittlere Referenztemperatur berechnet. Im Bereich „Annahmen und Szenarien“ kann für den jeweiligen Monat ein abweichendes Temperatur-Szenario festgelegt werden. Das Modell überträgt die Differenz zur Referenztemperatur auf den zugrunde liegenden täglichen Temperaturverlauf, sodass dessen saisonale Struktur erhalten bleibt. An den Monatsgrenzen werden unterschiedliche Szenarioannahmen über mehrere Tage geglättet.

Für die Nettoimporte verwendet das Modell monatliche Referenzwerte. Damit einzelne Extremtage den Referenzwert weniger stark beeinflussen, werden pro Monat die niedrigsten und höchsten zehn Prozent der Tageswerte ausgeschlossen. Aus den übrigen Werten wird ein Mittelwert gebildet. Dieser wird mit den Werten der beiden Nachbarmonate geglättet, damit der Verlauf an Monatsgrenzen nicht sprunghaft wechselt. Auch der Übergang von der 14-Tage-Prognose zur langfristigen Modellrechnung wird über mehrere Tage geglättet, damit keine sprunghaften Wechsel entstehen.

Gasverbrauch und Gasbedarf der Gaskraftwerke

Der historische Gesamtgasverbrauch wird rechnerisch aus Nettoimporten, Eigenförderung und Speicherfluss abgeleitet. Die von Energy-Charts ausgewiesene Stromerzeugung aus Erdgas wird mit dem Faktor 1,9 auf den geschätzten Gasbedarf der Gaskraftwerke hochgerechnet. Der Faktor entspricht einem durchschnittlichen elektrischen Wirkungsgrad von rund 53 Prozent und berücksichtigt damit die Verluste bei der Stromerzeugung. Dieser Gasbedarf wird vom Gesamtgasverbrauch abgezogen; der verbleibende Anteil wird im Modell als übriger Gasverbrauch geführt. In der Langfristprognose werden beide Verbrauchsteile getrennt berechnet und anschließend wieder zum Gesamtgasverbrauch addiert.

Einfluss der Temperatur und Szenarioannahmen

Der wetterabhängige Teil des übrigen Gasverbrauchs wird anhand von Heizgradtagen angepasst. Als Basistemperatur verwendet das Modell 18 °C: Je weiter die Temperatur darunter liegt, desto höher fällt der angenommene Heizbedarf aus. Wie stark der Verbrauch auf Temperaturänderungen reagiert, wird aus den historischen Daten abgeleitet. Unter 2 °C erhöht das Modell den Kälteeffekt schrittweise; bei −8 °C ist ein zusätzlicher Aufschlag von 35 Prozent erreicht.

Ab dem 15. Tag können die monatlichen Annahmen für Temperatur, Nettoimporte, übrigen Gasverbrauch, Gasbedarf der Gaskraftwerke und Eigenförderung verändert werden. Für Temperatur, Nettoimporte und Gasverbrauch stehen zusätzlich Szenario-Voreinstellungen zur Verfügung, die die zugehörigen Monatsannahmen automatisch setzen. Bei den beiden Verbrauchswerten entsprechen 100 Prozent dem jeweiligen saisonalen Referenzwert. Nettoimporte und Eigenförderung werden in GWh pro Tag vorgegeben. Der separate Temperaturoffset Winter wirkt ausschließlich von November bis März. Im Standardszenario liegen die Nettoimporte ausschließlich von November 2026 bis Februar 2027 200 GWh pro Tag über der historischen Monatsreferenz. Dieser Aufschlag ist eine veränderbare Szenarioannahme und keine Prognose zugesicherter Liefermengen.

Prognosebandbreite

Die Prognosebandbreite wird während der 14-Tage-Prognose schrittweise breiter und erreicht am 14. Prognosetag 1,25 Prozentpunkte je Richtung. Ab dem 15. Prognosetag knüpft sie daran an und wird auf Basis der historischen Schwankungen der täglichen Speicheränderung mit zunehmendem Zeitraum weiter verbreitert. Sie ist auf höchstens 20 Prozentpunkte je Richtung begrenzt. An den Speichergrenzen wird sie bei 0 und 100 Prozent abgeschnitten. Die Bandbreite ist kein statistisches Konfidenzintervall und gibt keine Eintrittswahrscheinlichkeit an.

Szenario-Schnellauswahl für zentrale Annahmen

Für drei zentrale Einflussgrößen können oberhalb der Prognose vordefinierte Einstellungen gewählt werden. Sie setzen die entsprechenden Annahmen für die Langfristprognose ab dem 15. Prognosetag automatisch und können anschließend unter „Annahmen und Szenarien“ weiter angepasst werden.

  • Temperatur: Legt den Temperaturverlauf für die Langfristprognose fest.
    • Modellbasis:
      • Historische Referenz: Saisonaler Temperaturverlauf aus den historischen Daten seit 2024 bis zum aktuellen Datenstand.
    • Historisch abgeleitet:
      • Wie im Vorjahr: Überträgt den Temperaturverlauf des entsprechenden Zeitraums im Vorjahr auf den aktuellen Prognosezeitraum.
      • Klimamittel 2006–2025: Für jeden Monat wird die durchschnittliche Temperatur aus den 20 vollständigen Jahren 2006 bis 2025 gebildet. Diese Monatsmittel werden auf den saisonalen Temperaturverlauf der Langfristprognose übertragen.
      • Klimamittel 1991–2020: Für jeden Monat wird die durchschnittliche Temperatur aus den 30 vollständigen Jahren 1991 bis 2020 gebildet. Diese Monatsmittel werden auf den saisonalen Temperaturverlauf der Langfristprognose übertragen.
    • Historische Winter:
      • Wie im Vorwinter: Überträgt den Temperaturverlauf des letzten vollständig abgeschlossenen Winters auf den kommenden Winter.
      • Historische Winter: Überträgt den Temperaturverlauf eines ausgewählten früheren Winters auf den kommenden Winter.
    • Winterszenarien:
      • Milder / kalter Winter: Vordefinierte Temperaturprofile für November bis März, die auf einer Auswahl historisch milder beziehungsweise kalter Winter basieren.
  • Nettoimporte: Legt das angenommene Importniveau für die Langfristprognose fest.
    • Modellbasis:
      • Historische Referenz: Monatliche Referenzwerte aus den historischen Nettoimporten seit 2024. Besonders hohe oder niedrige Tageswerte werden gedämpft und die Monatswerte geglättet.
    • Historisch abgeleitet:
      • Wie im Vorjahr / historische Jahre: Verwendet für jeden Prognosemonat das durchschnittliche Nettoimportniveau des jeweils ausgewählten historischen Vergleichszeitraums. „Wie im Vorjahr“ nutzt den unmittelbar vorangegangenen Zeitraum; die weiteren „Jahr …“-Optionen greifen jeweils ein, zwei oder drei Jahre weiter zurück.
    • Winteranpassung:
      • Winteraufschlag / Winterabschlag: Erhöht oder verringert die historische Monatsreferenz von November bis Februar um 50, 100 oder 200 GWh/Tag.
    • Ganzjährige Anpassung:
      • Jahresaufschlag / Jahresabschlag: Wendet den gewählten Auf- oder Abschlag auf alle Monate des Prognosezeitraums an.
  • Gasverbrauch: Passt den übrigen Gasverbrauch und den Gasbedarf der Stromerzeugung an.
    • Modellbasis:
      • Historische Referenz: Setzt beide Verbrauchskomponenten auf 100 Prozent ihrer saisonalen Referenzwerte. Diese werden aus den historischen Daten seit 2024 abgeleitet, wobei neuere Daten stärker gewichtet werden.
    • Historisch abgeleitet:
      • Wie im Vorjahr / historische Jahre: Überträgt das Verbrauchsniveau des jeweils ausgewählten historischen Vergleichszeitraums relativ zur saisonalen Referenz. „Wie im Vorjahr“ nutzt den unmittelbar vorangegangenen Zeitraum; die weiteren „Jahr …“-Optionen greifen jeweils ein, zwei oder drei Jahre weiter zurück. Damit historische Verbrauchsniveaus mit anderen Temperaturszenarien fachlich konsistent kombiniert werden können, wird beim übrigen Gasverbrauch der damalige Temperatureinfluss herausgerechnet. Ohne diese Bereinigung würde die damalige Temperaturabweichung bereits im historischen Verbrauchsniveau stecken und durch das gewählte Temperaturszenario erneut berücksichtigt.
    • Verbrauchsanpassung:
      • Einsparung: Senkt den übrigen Gasverbrauch und den Gasbedarf der Stromerzeugung gegenüber ihrer jeweiligen Referenz um 1, 2 oder 3 Prozent.
      • Mehrverbrauch: Erhöht beide Verbrauchskomponenten entsprechend um 1, 2 oder 3 Prozent.
Prüfung und Genauigkeit Historischer Winter-Backtest und ergänzende Prüfung der Modelllogik

Der historische Winter-Backtest prüft ausschließlich die langfristige Bilanzlogik. Die 14-Tage-Prognose wird in dieser Auswertung nicht bewertet; ihre Methodik und ihr separater Backtest sind in den Datenhinweisen zur 14-Tage-Prognose beschrieben.

Winter-Backtest ohne Zukunftswissen

Für den Winter-Backtest wird die Modellrechnung auf den 1. November 2025 zurückgesetzt und bis zum 1. April 2026 fortgeschrieben. Ausgangspunkt ist der Speicherfüllstand vom 1. November 2025. Sämtliche Referenzwerte werden ausschließlich aus Daten gebildet, die bis zum Prognosestart bereits vorlagen. Für diesen Test standen damit historische Referenzdaten vom 1. Januar 2024 bis zum 1. November 2025 zur Verfügung.

Verwendet wird durchgehend die neutrale Einstellung „Historische Referenz“. Zukünftige Temperaturen, Nettoimporte, Verbrauchswerte und Speicherstände sind der Rechnung nicht bekannt. Zusätzliche Szenarioanpassungen wie ein Winteraufschlag auf die Nettoimporte werden nicht verwendet. Der anschließend tatsächlich eingetretene Speicherverlauf dient ausschließlich zum Vergleich mit der zuvor berechneten Entwicklung.

Mittlere absolute Abweichung 2,4 Prozentpunkte über 151 berechnete Folgetage
Füllstand am 1. April 2026 18,5 % Modell · 21,8 % Ist Abweichung: −3,3 Prozentpunkte

Für die historische Modellprüfung wurde bewusst der Zeitraum vom 1. November bis 1. April gewählt. Er umfasst die zentrale Entleerungsphase der Speicher über den Winter bis zum Beginn des Frühjahrs. Ein nur teilweise abgedeckter vorheriger Winter wird nicht als gleichwertiger Vergleich ausgewiesen. Da die Referenzdaten erst am 1. Januar 2024 beginnen, steht für den Winter 2025/26 erstmals eine längere, vollständig vor dem Winter liegende Datenbasis zur Verfügung.

Der Referenzzeitraum beginnt bewusst erst 2024 und wird fortlaufend erweitert. Damit soll die Modellbasis stärker die jüngere Struktur des deutschen Gasmarkts abbilden. Importstruktur, Verbrauchsniveau und die Bedeutung der Gasverstromung können sich über die Jahre verändern; deutlich ältere Marktphasen sollen die aktuellen Referenzen deshalb nicht dominieren. Bei den saisonalen Reihen erhalten neuere Beobachtungen zusätzlich ein höheres Gewicht.

Modellprüfung mit bekannten äußeren Einflussgrößen

Ergänzend wird dieselbe Modelllogik für denselben Winter ein zweites Mal geprüft. In dieser Rechnung werden die später tatsächlich gemessenen Temperaturen und die tatsächlich realisierten Nettoimporte eingesetzt. Die übrigen Größen werden weiterhin durch das Modell bestimmt. Dadurch werden zwei wichtige, bei einer echten Prognose unbekannte äußere Einflüsse gezielt aus der Prüfung herausgenommen.

Die Rechnung startet auch hier einmalig mit dem tatsächlichen Speicherfüllstand vom 1. November 2025. Danach wird der Speicher Tag für Tag ausschließlich aus der berechneten Gasbilanz fortgeschrieben. Die tatsächlich gemessenen Speicherstände der folgenden Tage werden während der Simulation nicht verwendet, um das Modell zu korrigieren oder neu auszurichten. Erst nachdem der gesamte Zeitraum bis zum 1. April 2026 vollständig berechnet wurde, wird der modellierte Tagesverlauf nachträglich mit den tatsächlich gemessenen Speicherständen der jeweiligen Tage verglichen.

Mittlere absolute Abweichung 0,9 Prozentpunkte bei bekannten Temperaturen und Nettoimporten
Füllstand am 1. April 2026 21,5 % Modell · 21,8 % Ist Abweichung: −0,3 Prozentpunkte

Diese zweite Prüfung ist keine Prognosegenauigkeit: Bei einer echten Zukunftsrechnung sind Temperatur und Nettoimporte nicht im Voraus bekannt. Sie zeigt vielmehr, wie gut die Bilanz- und Verbrauchslogik den Speicherverlauf nachvollziehen kann, wenn wesentliche äußere Entwicklungen bereits feststehen. Der Unterschied zwischen beiden Prüfungen hilft damit bei der Einordnung, ob Abweichungen eher durch unsichere äußere Entwicklungen oder innerhalb der Modellrechnung entstehen. Eine exakte Aufteilung einzelner Fehlerursachen ist daraus jedoch nicht möglich, weil die Einflussgrößen miteinander zusammenwirken.

Einordnung

Die Auswertung umfasst derzeit einen vollständigen Winter mit ausreichend langer vorheriger Referenzhistorie. Die angegebenen Werte sind deshalb als erste historische Modellprüfung zu verstehen und nicht als dauerhaft feststehende Genauigkeitskennzahlen. Mit weiteren abgeschlossenen Wintern kann die Prüfung nach demselben Verfahren wiederholt und die Datengrundlage schrittweise verbreitert werden.

Die im Backtest ausgewiesene mittlere absolute Abweichung wird auf Tagesbasis berechnet. Die langfristigen Referenzwerte sind saisonal geglättet; kurzfristige Wochentagseffekte, etwa ein geringerer Gasbedarf am Wochenende, werden dabei nicht gesondert abgebildet. Einzelne Tagesabweichungen können dadurch größer ausfallen, auch wenn sich solche Unterschiede über mehrere Tage teilweise ausgleichen. Der längerfristige Verlauf wird davon weniger beeinflusst; die Abweichungen betreffen vor allem die genaue Abbildung einzelner Tage.

Stand der Auswertung: September 2026.

Grenzen des Modells

Das Modell betrachtet Deutschland als eine gemeinsame Gasbilanz. Regionale Engpässe, Netzrestriktionen, Preise, kurzfristige Handelsreaktionen, politische Eingriffe und Ausfälle einzelner Importwege werden nicht abgebildet. Die Ergebnisse zeigen die Entwicklung unter den gewählten Annahmen und sind keine Prognose der Versorgungssicherheit.